Joachim Goldbeck im Interview

Solarindustrie trotz Herausforderungen auf gutem Weg

Politik in der Pflicht, damit Aufschwung nicht ausgebremst wird

Staatliche Kürzungen sowie die Einführung von Größengrenzen und Zertifikaten ließen den Umsatz der Solarbranche von 2010 bis 2014 um ganze 90 Prozent einbrechen. Mit diesen Daumenschrauben verlor die Branche den so wichtigen Schwung für viele Jahre. Erst jetzt, gut zehn Jahre später, ist der Industriezweig in Deutschland wieder zu alter Stärke zurückgekehrt. Verantwortlich für diese Entwicklung sind vor allem steigende Energiekosten, der Wunsch nach sauberer Energie und das stärkere Bewusstsein für mehr Autarkie.

Für Joachim Goldbeck ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch sieht er die Politik jetzt in der Pflicht, damit der Aufschwung nicht wieder ausgebremst wird. „Nach einer Reihe guter Schritte im Osterpaket fehlen nach wie vor zwei wichtige Stellschrauben: vereinfachte und zuverlässig beschleunigte Genehmigungsverfahren auf allen Ebenen sowie vereinfachte Anlagenzertifikate“, erklärt der Geschäftsführer von GOLDBECK SOLAR.

Denn höhere Zinsen und die anhaltende Inflation sorgen für steigende Kosten, sodass Anlagen, die auf EEG-Tarife angewiesen sind, nicht in der nötigen Geschwindigkeit beschlossen und umgesetzt werden können. Zusätzlich verunsichert die aktuell diskutierte Erlösabschöpfung neue Investoren, so dass auch hier der benötigte Zubau gebremst wird.

Einzig den Bedarf an Fachkräften scheint die Branche aktuell abdecken zu können. Goldbeck dazu: „Durch den guten Ruf der Solarindustrie finden wir viele neue Fachkräfte. Damit sind wir den Herausforderungen und Ausgaben in dieser Hinsicht aktuell gewachsen.“ Durch das starke Wachstum warten aber noch viele weitere spannende Aufgaben auf engagierte Menschen, die sich für einen Job in der Solarindustrie interessieren.

International nur Mittelmaß

 Im internationalen Vergleich ist Deutschlands Position gespalten. Während deutsche Unternehmen im Bereich der Projektentwicklungen, der Finanzierung, des Baus und der Wartung von Anlagen häufig gut positioniert sind, sieht es in den übrigen Sparten dürftig aus.

„Die Branche ist vielschichtig. Beim Kernprodukt Solarmodul und dessen Vorstufen spielt nur noch Wacker Chemie für Silizium mit nennenswerten Mengen auf dem Weltmarkt mit“, so Joachim Goldbeck. Und auch die Abhängigkeit von China, das rund 90 Prozent der weltweiten Modul- und Vorproduktfertigung betreibt, ist erdrückend. Für GOLDBECK SOLAR bedarf es hier einer entschlossenen Industriestrategie in Europa. Bei den Wechselrichtern hat SMA Solar Technology AG immerhin noch eine bedeutende Rolle, und auch andere Hersteller können sich bislang behaupten.

Klare Vorwärtsstrategie notwendig

 Mit deutlichen Forderungen richtet sich Joachim Goldbeck wie viele seiner Kollegen an die Politik: „Wir brauchen jetzt eine klare Vorwärtsstrategie in Deutschland. Eine Unterstützung beim Export in außereuropäische Länder, etwa durch die Übernahme von Risiken oder die Einführung eines Emission Trading Schemes (ETS) gehört ebenso dazu wie eine beherzte Solar-Reindustrialisierung.“

So könne sich die Solarbranche endgültig zu einem der wichtigsten Industriezweige in Deutschland entwickeln und zum weiteren Wohlstand in der Bundesrepublik beitragen.

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Verena Weißbach

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