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Herausforderungen und Chancen der Solarbranche im Jahr 2024

Die Solarbranche wurde im vergangenen Jahr 2023 von einem Solarboom, aber auch von Herausforderungen geprägt. Mit 56 GW, die 2023 in der EU installiert wurden, ist dies das bisher beste Solarjahr in der Geschichte der EU. Deutschland ist mit einer installierten Leistung von 14 GW in 2023 der größte Solarmarkt Europas. So war 2023 zweifellos positiv für den Solarmarkt. Jedoch stand die Branche auch vor einigen Herausforderungen. Joachim Goldbeck, Geschäftsführer der GOLDBECK SOLAR Gruppe, teilt seinen Blick auf das letzte Jahr und darauf, was die Solarbranche 2024 beschäftigen wird.

Joachim Goldbeck, Geschäftsführer der GOLDBECK SOLAR Gruppe, über Herausforderungen und Chancen für die Solarbranche im Jahr 2024:

„Das Jahr 2023 war zweifellos positiv für die Solarbranche. Wir sehen weltweit ein steigendes Bewusstsein für die dringende Notwendigkeit CO2-Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig haben die gesunkenen Modulpreise und die auf einem hohen Preisniveau verbliebenen konventionellen Energieträger einen erheblichen Schub für die Solarbranche bedeutet. Dies hat zur Entstehung großer Märkte und zum Aufbau beträchtlicher Kapazitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette geführt. Jedoch stand die Branche auch vor einigen Herausforderungen. Die steigenden Zinsen erschweren nicht nur den Aufbau von Infrastruktur, sondern auch von PV-Kraftwerken. Zudem sehe ich die dominante Position chinesischer Hersteller von PV-Modulen kritisch, denn damit ist der Weltmarkt nicht ausgewogen resilient aufgestellt.

Für das Jahr 2024 behalten wir weiterhin die bereits genannten relevanten Themen im Blick. Hinzu komm der Fokus auf die sinnvolle Nutzung von PV in Kombination mit Ackerbau (Agri-PV) und der Schutz der Biodiversität, um vorhandene Flächen nachhaltig zu nutzen. Ebenso wichtig ist die Entwicklung technischer und regulatorischer Lösungen wie z.B. im Bereich Speicher und Umspannwerke, um den steigenden Anteil von Solar- und Windstrom zuverlässig in die Netze zu leiten und dabei kostengünstigen und sauberen Strom bereitzustellen.

In Bezug auf die politischen Erwartungen für dieses Jahr unterstütze ich das ‚Solarpaket‘, wodurch Prozesse vereinfacht und der Zubau stabilisiert werden können. Jedoch reichen die Ansätze nicht aus, um die von der Bundesregierung in den kommenden drei Jahren angestrebte Verdoppelung des Photovoltaik-Ausbautempos zu sichern. Dafür sind weitere Entscheidungen und Regelungen notwendig, wie z.B. Prozessvereinfachungen und -beschleunigungen, die Kompensation gestiegener Finanzierungskosten und Maßnahmen zum Bürokratieabbau und Marktöffnungen.

Auch die politischen und regulatorischen Herausforderungen auf europäischem Level erfordern eine klare Strategie. Wir müssen einerseits die niedrigen Kosten für die Errichtung und den Betrieb von PV-Anlagen bewahren und gleichzeitig die europäische PV-Industrie wiederaufbauen. Letzteres muss über öffentliche Förderung verfolgt werden, ohne das erste, arbeitsplatzintensive Ziel zu kompromittieren. Hier gibt es bereits gute Vorschläge, wie z.B. einen Resilienzbonus für Anlagen, die mit europäischen Produkten ausgestattet sind. Außerdem muss das Marktdesign so überarbeitet werden, dass der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien langfristig angereizt und gleichzeitig eine stabile, perspektivische CO2-neutrale Versorgung volkswirtschaftlich günstig erreicht wird.

Mir ist wichtig zu betonen, wie bedeutend Investitionen in saubere und dezentrale Energien für Unternehmen sowie Menschen sind. Diese Investitionen ermöglichen nicht nur die Kontrolle der eigenen Energiekosten, sondern auch die Senkung des CO2-Fußabdrucks und sind die Grundlage für eine attraktive, nachhaltige und damit zukunftsfähige Entwicklung.“

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